Dienstag, 28.07.2009. "Wenn jemand eine Reise macht, hat er was zu erzählen!", so auch hier. :) Am letzten Freitag stand die erste Tour mit Übernachtung auf dem Programm. Ziel der Reise war Whangarei. Whangarei liegt ca. 2 Autostunden nordöstlich von Auckland, wenn man den direkten Weg nimmt!;) Wir haben uns jedoch für ein paar kleine mehr oder minder spontane Zwischenstopps auf unserer Reise entschieden. Wie sich im Nachhinein sagen lässt, eine sehr gute Entscheidung. Erster Stop auf der Tour war Leigh, oder besser gesagt, der Strand nördlich davon. In Leigh ist das Goat Island Marine Reserve zu Hause, viele teils seltene Fischarten sind in diesem Reserve noch heimisch. Goat Island ist wie der Name schon sagt ein Insel. Auch diese ist ein Naturschutzgebiet und kann per Boot angesteuert werden. Mir war jedoch nur ein Blick aus der Ferne gewährt, was ich angesichts des doch etwas stärkeren Wellengangs auch bevorzugt habe... Ein kilometerlanger, flach abfallender Sandstrand rundete das Bild ab. Während ich mein mitgenommenes Frühstück genoss und aufs Meer hinausblickte entdeckte ich am Horizont auf einmal ein größeres Geschöpf. Ich bin der festen Überzeugung an diesem Morgen den ersten Wal meines Lebens gesehen zu haben. Leider war dieser Moment nur von kurzer Dauer, da der Wal kurze Zeit später hinter der Goat Island verschwand!
Weiter ging die Tour über en

ge Serpentinen durch die wunderschöne Mittelgebirgslandschaft, wohl bemerkt alles auf unbefestigen Schotterwegen, in Deutschland auch gerne als Feldwege bezeichnet, nur breiter. :) Hier wurde mir erstmals auch klar, dass ich ein völlig falsches Bild von der Nordinsel Neuseelands hatte. In meiner naiven Vorstellung bestand die Nordinsel nur aus flachem Weideland und unzähligen Schafen. Aber nun ja, da wurde ich eines Besseren belehrt und angesichts dieser Anblicke habe ich mich auch gerne belehren lassen.
Nächstes Ziel der Reise war schließlich Mangawhai und der sich dort befindliche Mangawhai Walkway. Wie sich bereits aufgrund des Namens erahnen lässt stand Wandern auf

dem Programm. Der Lonely Planet Reisführer versprach auf dem Walkway einen atemberauben Blick über die Küste. Er sollte Recht behalten. Die unzähligen Stufen hinauf auf die Berge verleiteten einen zwar zum Fluchen doch angesichts dieses Ausblicks hat sich der Auftstieg absolut gelohnt! Nach gut einderthalbstündiger Wanderung begaben wir uns dann wieder auf den Rückweg. Hierzu möchte ich noch erwähnen dass eigtl. nach jeder Kurve oder kleinen Erhöhung wieder die Digicam gezückt wurde, denn die Perspektive könnte ja noch schöner sein als die Vorige!
Angesichts der Wanderung und der nun doch schon etwas vorangeschrittenen Tageszeit beschlossen wir nun auf direktem Wege weiter nach Whangarei in das dortige YHA-Hostel zu fahren. Nach einer kurzen Dusche und einem kleinen Snack trafen wir uns zur Besprechung der weiteren Abendplanung in der Küche des Hostels. Hierzu möchte ich gern noch sagen, dass ein Hostel in Neuseeland absolut nicht vergleichbar ist mit einer Jugendherberge in Deutschland. Es ist weitaus preisgünstiger, dafür jedoch sauberer, besser eingerichtet und auf selbstverpflegung ausgelegt, sprich mit großer Küche und Sitzgelegenheiten für müde Backpacker. (Dieses soll kein Angriff auf deutsche Jugendherbergen sein und spiegelt nur meine eigene Meinung und Erfahrungen wieder!;) ). Wie dem auch sei, jedenfalls beschlossen wir das in Whangarei ansässige deutsche Brauhaus Frings zu besuchen. Das erste, nach deutschen Reinheitsgebot gebraute, Bier seit Wochen, nicht übel aber auch nichts besonderes! :) Am späteren Abend führte uns unser Weg noch in einen kleinen Pub mit Livemusik. Eine Band mittleren Alters sorgte für gute Stimmung im Publikum mit breit gefächerter Altersstruktur. Der Sänger, ein langhaariges Unikum, bestimmt knapp 2,00m groß und von imposanter Erscheinung, gab unterstützt von einer vier-Mann-Band sein Können zum Besten. Ich weiß jetzt nicht mehr genau ob's am Alkohol, seiner Erscheinung oder der allgemein guten Stimmung lag, jedenfalls fand ich es großartig! Zurück im Hostel, hielt ich glaub ich die Hälfte der Nacht meine Zimmerkollegen im sechser Dorm mit meiner Husterei vom Schlafen ab, was ich nämlich bis jetzt noch garnicht erwähnt habe, zu dem Zeitpunkt hatte ich eine furchtbare Erkältung. Und wie Männer nunmal so sind, so etwas muss kundgegeben werden und jeder vom eigenen Leid in Kenntnis gesetzt werden. Dieser Punkt der Tagesordung wäre hiermit abgehakt!;)
Am nächsten Morgen gings dann

weiter, im großen Bogen erst in Richtung Norden, den State Highway1 entlang, bis kurz vor Pahia. Hier wechselten wir auf den State Highway 12 gen Westen um das Landesinnere zu durchqueren. Ziel war der Waipoua Forest. Auf dem Weg dorthin machten wir einen spontanen Stop in der Bucht von Omapere. Was soll ich groß schreiben, eine solche Schönheit lässt sich kaum in Worte fassen, einfach nur sagenhaft!
Nach einer guten halben Stunde ging es jedoch weiter in Ric

htung des eigentlichen Zieles. Es ist wirklich kaum zu glauben, eben noch wunderschöne Badestrände, nun tiefster Dschungel, dazwischen liegen gut 5Minuten. Im Waipoua Forest angekommen machten wir uns auf den Weg die imposanten Kauri Bäume zu betrachten. Es fällt mir schwer das zu sagen, aber eine Deutsche Eiche ist nichts dagegen. Ein Stamm von mehr als fünf Metern Durchmesser ist dann doch eine andere Liga! Ohne jetzt sentimental werden zu wollen, aber ein mehr als 2000 Jahre alter Baum mit diesen Ausmaßen hinterlässt Eindruck, es ist nur wirklich traurig, dass es nicht mehr viele Bäume dieser Größenordnung gibt. Aufgrund ihrer Mächtigkeit wurden die Bäume von den Siedlern gern zum Bau von Booten benutzt, wobei sich mir die Frage aufdrängt, wie lange ein Mann wohl mit einer einfachen Axt benötigte, um ein solches Exemplar zu fällen...
Mit diesen Impressionen im Kopf ging es dann auch schon wieder in Richtung Heimat. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich in diesen zwei Tagen wirklich atemberaubende Sachen gesehen habe, die mir noch lange in positiver Erinnerung bleiben werden. Soweit erstmal, ich habe fertig für heute!